Von Phnom Penh in den Sueden Kambodschas

Verlassen der Hauptstadt und "Killing fields"

Nach Mikes Abreise blieben wir noch zwei Tage in Phnom Penh, da ich mich ein wenig auskurieren musste.

Am ersten Tag wechselten wir in ein guenstigeres Guesthouse, danach fuhr ich zur Akupunktur, da mein Ruecken konstant schmerzte. Der Typ am Empfang bat mich, einen Moment zu warten. Ich solle mein Rad nicht an den Baum ketten, sondern vor dem Hospital parken, dort sei es bewacht. Aha. Der Herr vom Bewachungsdienst schloss mein Bike grosszuegig an irgend ein geparktes Motorrad an. Und was waere, wenn der Besitzer vor mir weggehen wollte? Ich glaube, so viel Englisch verstand er auch wieder nicht.

Die Aerztin verstand ebenfalls kein Englisch, so uebersetzte die Putzfrau. Ich konnte noch um den Preis verhandeln, dann wurde ich nach der Bezahlung ins Behandlungszimmer gefuehrt. Die Akupunktur selbst war wie ich es gewohnt war, nur dass der Boy vom Empfang gleich auch als Assistenz fungierte und meine Nadeln unter Strom setzte.

Nach zwanzig Minuten fragte er, ob ich laenger bleiben wolle. Aehm, was weiss ich denn? Ich bin doch kein Arzt und habe auch keine Ahnung, wie lange die Nadeln zu wirken haben... Er fragte mich noch, ob mir schon einmal ein Rad abhanden gekommen sei. Nein, weshalb? Nur weil ich so besorgt sei um mein Fahrrad. Ich erklaerte ihm dann, dass ich von Bangkok nach Peking fahre und wenn es weg sei, koenne ich nicht mehr weiter fahren. Dies schien ihm einzuleuchten und er entfernte schweigend die Nadeln.

Gemeinsam planten wir am Abend, ob wir ueber die Berge fahren- (was jedoch ziemlich abenteuerlich geworden waere), oder doch lieber die Suedroute unter die Raeder nehmen sollten. Fabian war ein wenig besorgt und wollte lieber nicht ueber die Berge fahren. So entschieden wir uns fuer die vernuenftige Variante und beschlossen, am folgenden Morgen in Richtung Sueden zu fahren.

Wir starteten frueh. Nach sechs Tagen endlich wieder aufs Rad zu steigen war schon ein tolles Gefuehl!

Ram hatte seine Schuhe im Guesthouse vergessen, so dass wir im Backpackers beim Fruehstueck auf ihn warteten. Anschliessend fuhren wir auf der Norodon Road in Richtung Sueden. Es war nicht einfach fuer mich, da ich alle Fluessigkeit verloren hatte und seither von zwei Nudelsuppen pro Tag lebte.

Ausserhalb Phnom Penhs entschieden wir uns spontan, die "Killingfields" zu besuchen. Mit einem Deutschen Guide im Ohr schritten wir andaechtig durch die Gedaenkstaette. Wir hoerten Schlimmes und sahen so einige grausige Funde ausgestellt. Irgendwie sowas von surreal das Ganze, einfach unvorstellbar!!!

Ueber drei Millionen Kambodschaner seien auf solchen "Killingfields" unter der Herrschaft der Roten Khmer und Pol Pot umgebracht worden. Kleine Kinder wurden an einen Baum geschlagen, bis sie tot waren...unglaublich!

Anschliessend gingen wir etwas bedrueckt mittagessen. Die Dame kochte uns Nudelsuppe mit einem solch strarken Nachgeschmack nach Motorenoel, dass wir nochmals eine Suppe bestellen mussten. Zum Glueck uebersetzte ein Mann an Kruecken fuer uns. Er sprach Thai mit Ram und flickte ihm gleich noch die Schuhe waehrend unseres Essens. Anschliessend lud er uns in seine „Werkstatt“ ein. Diese befand sich in einem offenen Raum eines Hauses, in welchem er wohnen durfte. Er schlafe auch dort, denn er habe keine Angst vor Geistern, meinte er. „Denn Geister gibt es hier viele“, fuegte er hinzu.

Nachdem wir uns wieder aufs Rad gesetzt hatten, mussten wir zuerst zur Hauptstrasse zurueck fahren. Danach entschieden wir uns fuer eine kleinere Strasse. Dies war sehr interessant zur Abwechslung, da die Landschaft und die Doerfer schon anders aussehen, als auf den breiten und viel befahrenen Hauptstrassen. Gegen vier Uhr begannen wir mit der Guesthouse-Suche. Ein oft sehr schwieriges Unterfangen, da es schlicht keine davon gibt. Wir fragten nach und wurden immer in den naechsten Ort verwiesen. In einem groesseren Ort fragten wir einige Leute, doch alle sagten uns, dass es kein Guesthouse gaebe. Fabian meinte mit einem besorgten Blick, dass es in einer Stunde dunkel wuerde. In diesem Augenblick kam ein Mann auf uns zu, fragte, was wir wollen, und schrieb „500m“ auf seine Hand. Wir glaubten ihm nicht so recht, da alle anderen kein Guesthouse kennne wollten in diesem Ort. So fuhr er kurzerhand voraus und brachte uns zu dem unscheinbaren Haus mit Blechdach, welches sich wirklich als ganz akzeptable Unterkunft entpuppte. Wir mussten zwar mit dem Besitzer noch hart verhandeln, waren jedoch mehr als froh, ein Dach ueber dem Kopf zu haben.

Wir verliessen die Unterkunft nochmals, um zu essen. Im Restaurant lernten wir einen Kambodschaner kennen, der ganz gut Englisch sprach. Er beriet uns in der Strassenwahl, schrieb uns die Suche nach einem Guesthouse in Khmersprache auf und erzaehlte, dass er fuer eine Organisation arbeite, welche Aidskranken Menschen im Land helfe. Wir spendeten ihm spontan Geld. Erst wollte er das Geld nicht annehmen. Dann liess er sich erweichen und versprach uns, per Email eine Bestaetigung des Spendeneingangs zu senden (was er auch tatsaechlich zwei Tage spaeter erledigte). Wir schauten ein wenig Zeichentrickfilm waehrend des Abendessens im Restaurant und gingen dann durch die stockfinstere Nacht zurueck zum Guesthouse. Das Dorf schien mit wenigen Ausnahmen nicht ueber Strom zu verfuegen in der Nacht. Eine Ausnahme war leider eine enorm laute Party, welche wir bis ins Zimmer des Guesthouses sehr gut hoeren konnten. Aber bei diesen Verhaeltnissen darf man mit den Hostels nicht waehlerisch sein...

Abseits der Hauptstrasse

Wir verliessen das Blechhuettenhotel zeitig und fuhren zum Markt, wo wir Brot kauften und eine Melone geschenkt bekamen. Danach ging es weiter auf der Strasse Nr. 3 in Richtung Kampot.

Bis zum Mittag fuhren wir auf dieser Strasse. Wir hielten an, um etwas zu essen und weil Rams Gepaecktraeger sich mangels dreier Schrauben selbststaendig gemacht hatte. Das Reparieren im Radshop kostete nur 10 Rappen. Anschliessend goennten wir uns ein Mittagesen, genau zur richtigen Zeit, da es draussen in Stroemen zu regnen begann.

Wir warteten den Schauer ab und beschlossen dann, von der Ortschaft Ta Saom an die Nebenstrassen zu fahren, um ein wenig mehr vom Land zu sehen. Dies war die beste Entscheidung der gesamten Reise. Wir wurden belohnt mit einer autofreien Strasse, an deren Rand Baeume und Bambus wuchsen. Der Duft war unbeschreiblich, ich haette gerne ein wenig in einer Flasche mitgenommen. Es roch ein wenig wie in einer Sauna, nach Holz und Gewuerzen. Am Wegrand sahen wir viele Reparatourwerkstaetten und Friseure in improvisierten Huetten. Es war einfach eine einmalig tolle Strecke. Das Highlight war ein riesiger See, hinter welchem eine Bergkette in den Horizont ragte. Es fuehlte sich an, wie auf einem Hochplateau in den Alpen. Wir genossen den Anblick sehr, hielten immer wieder an und konnten es kaum glauben, dass die Landschaft nur wenig ab der Schnellstrassse so anders und so wunderschoen sein konnte!

Wir fuhren bis zu einer Kreuzung, an welcher wir links abbiegen mussten, um in den naechsten Ort mit Guesthouse zu gelangen. Ein erster Blick reichte schon um zu sehen, dass die Strasse nach Chhuk eine rote, holprige und staubige war. Die Menschen an der Kreuzung lachten alle. Ja, eine Frau hielt sich beinahe den Bauch vor lachen, als sie verstand, dass wir mit den Raedern ueber diese Strasse fahren mussten. Wir troesteten uns mit dem Kauf von frischen Waffeln und Sprite in der Tuete, bevor es los ging.

Die Strasse war jedoch besser als erwartet. Zwar staubig, aber frei von Schlagloechern. Die Menschen wie immer super freundlich, „hallo“ rufend. Ram verteilte Pancakes an Kinder einer Schule, welche jedoch zuerst mal aengstlich davon rannten, als er ihnen etwas geben wollte.

Es war schon recht spaet, als wir die letzte Kreuzung erreichten, welche uns noch um 10km vom Ziel trennte. Ram liess sich wieder einmal viel Zeit mit dem Kauf von Getraenken, was mich in anbetracht der fortgeschrittenen Zeit etwas sauer machte. So fuhr ich schon einmal los. Prompt sah ich grelle Blitze vom Himmel schiessen und gleich darauf spuerte ich die ersten Tropfen. Wohl wissend, dass es nicht mehr lange trocken sein wuerde, suchte ich Unterschlupf in einer Blechhuette, welche Werkstatt, Schneiderei und Haarsalon in einem war. Sogleich ging es los. Ein heftiges Gewitter tobte und der Regen prasselte hart auf das Dach. Von Fabian und Ram keine Spur. Ich sah mich schon in der Blechhuete uebernachten, als sie in einer kleinen Regenpause die Strasse entlang gefahren kamen.

So fuhren wir dann durch den Regen, welcher jedoch nicht mehr so stark war. Es war immer noch angenehme 25 Grad warm! Langsam dunkelte es ein, wir waren immer noch 5km vom Ziel entfernt. Schliesslich erreichten wir Chhuk in der Dunkelheit. Der Mann, welchen ich nach einem Guesthouse fragte, brachte uns gleich persoenlich mit seinem Motorrad dort hin. Die Menschen sind echt toll in diesem Land!

Nach einem guten Abendessen fielen wir dann nach 85 wunderschoenen Kilometern muede ins Bett. Am folgenden Tag werden wir das Meer erreichen mit den Raedern. Ich freute mich schon!

Bis ganz in den Sueden

Wir fuhren nicht so frueh los, da es nur noch ca. 40km bis nach Kampot waren.

Es war heiss und irgendwie muehsamer, auch wenn es nur wenige Kilometer waren. Unterwegs hielten wir fuer ein Glas Zuckerrohrsaft. Ein aelterer Kambodschaner fragte uns in akzentfreiem Englisch, ob er uns in seinem Pickup mit den Raedern nach Kampot fahren solle. Wir lehnten das Angebot dankend ab. Er begann mit uns zu plaudern, uerber den Krieg in Kambodscha, die Beziehungen zu Thailand und ueber sein Leben. Er sei in vielen Armeen gewesen, unter anderem in den USA. Nun habe er genug vom Krieg und helfe den Bauern und invaliden Menschen hier. „Es spielt doch keine Rolle, ob ich reich bin wie ihr, oder ein armer Kambodschaner. Wir alle schlafen und werden nach einem Teller Reis satt. Und ich glaube, dass wir armen Leute hier gluecklicher sind, als die Menschen in reichen Laendern.“ Diese Meinung teile ich schon eine ganze Weile, versuche rauszukriegen, ob ich misch taeusche oder nicht. Weiter meinte er :“Diese Huelle haben wir eh nur geliehen. Sie gehoert einem anderen, dort oben. Sogar ein Stein lebt laenger als wir, wir leihen alles nur fuer kurze Zeit.“

In Kampot fand Ram ein wirklich tolles Hostel mit kleinem Garten, in welchem wir ein wenig ausspannen konnten. Bis anhin hatten die Guesthouses wenig gemeinsam nutzbare Flaeche.

So wuschen wir in aller Ruhe die Raeder, gaben die stinkige Waesche in die Reinigung und genossen das suesse Nichtstun ein wenig. Ram und ich spazierten zum Fluss. Auf dem Heimweg wollte er unbedingt zum Friseur. Leider waren die Geschaefte entweder schon geschlossen, oder die Friseure schnitten nur Frauen die Haare. Es war zum Verzweifeln...im Halbdunkeln gingen wir durch die Strassen und fragten wohl in 15 Geschaeften nach einem „haircut for boys“. Im letzten Shop gegenueber des Hotels fanden wir dann endlich einen Mann, der etwas vom Haareschneiden verstand. Er hatte sogar zehn Monate in Bangkok das Friseurhandwerk erlernt und konnte ein wenig Thai sprechen.

Ram wurde regelrecht geschoren und fuehlte sich mit neuem Style „pretty naked on the head“.

Spaeter assen wir gemuetlich am Fluss in einem recht gediegenen Restaurant zu Abend. Das Essen schmeckte vorzueglich und war auch sehr schoen angerichtet auf den Tellern. Ein toller Abend.

Der Berg ruft

Wir buchten eine Tour nach Bokor, einem Nationalpark mit Hillstation in der Naehe von Kampot. Ein Minivan mit witzigem Fahrer brachte uns zur Gipfelstation, welche ueber eine topmoderne Stassse zu erreichen war. Frueher sei es anders gewesen, meinte er, da seien die Touristen noch ueber eine alte Holperstrasse in sechs Stunden zur alten Geisterstadt hochgefahren worden. Aber seit einem Jahr sei nun die neue Strasse offen, welche von einer Gasfirma „gesponsert“ wurde. Wir hatten ein wenig zu viel erwartet. Zwar sah man noch Dschungel und ein paar verwunschene Hausruinen von der alten Siedlung mit einer Kirche und einem alten Casino. Die Gasfirma hatte jedoch zusaetzlich zur Strasse das Hochplateau auch noch mit einer riesigen neuen Casinoanlage verunstaltet und noch einige andere ueberdimensionierten Gebaeude aufgestellt. So gingen wir dann durch diese Geisterhaeuser und fragten uns, was wir hier genau besichtigen sollten, koennten wir doch genausogut zu Hause durch ein altes Haus gehen oder ueber eine Baustelle wandeln und Fotos machen.

So genossen wir die beinahe kuehle Luft in der Hoehe und staunten ueber Nebel, welcher ueber den Berg herauf kroch. Es erinnerte mich ein wenig an unsere Bergen und Heimweh stieg in mir auf.

Nach dem Mittagessen besichtigten wir einen Wasserfall ohne Wasser...die Unglaublichkeiten der Tour nahmen kein Ende. Zum Schluss, nachdem wir wieder ins Dorf gebracht wurden, durften wir noch zwei Stunden auf dem Fluss durch Kampot und die naehere Umgebung fahren, was unglaublich schoen war. Die Landschaft war schlicht genial mit all den Waeldern, Bergen im Hintergrund und Flussufern, welche von Palmen gesaeumt waren.

Nach diesem schoenen Ende der Tour goennten wir uns ein feines Abendessen in einem guenstigen und sehr gemuetlichen Restaurant.

Ab auf die Insel

Nach einem weiteren Tag in Kapot und einigen Schwierigkeiten, beschlossen wir, dass die Jungs mal voraus radeln und ich ihnen spaeter folgen werde. Eine Beziehung zu fuehern auf einer solchen Reise ist eine echte Herausforderung.

Ich genoss dann Kampot noch ein wenig, fruehstueckte in einem Restaurant, welches von Gehoerlosen gefuehrt wurde, chattete mit lieben Menschen zu Hause und machte mich dann langsam auf den Weg in Richtung Kep. Die Strecke war sehr kurz, die Landschaft toll UND ich errreichte mit dem Bike nun endlich das Meer. Ein toller Moment!

Kep war ein ganz kleines Dorf am Meer, sehr ruhig und irgendwie hatte es den Charme von der Kueste Suedfrankreichs. Ich fuehlte mich so wohl. Auf dem Weg fand ich ein wunderschoenes Guesthouse mit lichtdurchflutetem Zimmer und wenn man die Fenster offen hatte, wehten der Wind und die Geraeusche des Meeres die ganze Nacht ueber das Bett hinweg. Im Garten stand ein Pool, ein schmaler Weg fuehrte direkt an die kleine Bucht...ein wahres Paradies! Ich blieb zwei Tage einfach nur dort. Entspannte, badete, dachte nach und schrieb an meinem Blog.

Der Besitzer des Guesthouses war ein ziemlich schraeger Typ. Er rannte den ganzen Tag nur in Unterhosen bekleidet durch die Gegend und wenn er mal zu sprechen begann, stoppte er nicht wieder. Dies war mitunter auch amuesant oder gar schon unterhaltsam.

Am kommenden Morgen packte ich meine Sachen und verliess das Guesthouse, um Ram und Fabian in Kep-city zu treffen. Wir fuhren anschliessend mit den Raedern ohne Gepaeck um einen Huegel im Nationalpark. Na ja, es war einfach ein Waldweg, nichts besonderes, aber wir fuehlten uns ein wenig wie zu hause.

Am Nachmittag hatten wir ein Boot auf die Rabbit Insel gebucht. Unendlich lange liess man uns am Hafen warten, so dass einige Reisende bereits wieder aufbrachen und nicht auf die Insel gingen. Die offizielle Erklaerung war, dass alle Bootsfahrer betrunken seien, weil bald Neujahr war. Spaeter erfuhren wir, dass es schlicht zu gefaehrlich war, das Meer bei diesen hohen Wellen zu ueberqueren. Na ja, das wurssten wir damals noch nicht und stiegen dann viel spaeter als geplant in ein Boot, welches von einem ca. 17 Jaehrigen gefahren wurde und liessen uns durch die Wellen fahren. Es war schon recht abenteuerlich, das Boot kippte einige Male beinahe, die Suva haette keine Freude gehabt an all den nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen..Wir erreichten die Insel sicher, mussten jedoch zuerst durch das Meer waten und dann durch den Dschungel gehen, bis wir die Strandhuetten erreichten. Ausser ein paar Huetten gab es nichts als Dschungel und Strand auf der Insel. Sogar Strom hatten wir nur wenige Stunden pro Tag. Wir entspannten ein paar Tage, genossen das Robinsonleben.

Good afternoon, VIETNAM

Von Kep waren es nur 30km bis an die Grenze Vietnams.

Als wir losfahren wollten bog die Slovenin, welche wir in Phnom Penh getroffen hatten in den Hotelvorhof ein. Sie wolle nur kurz hallo sagen. So witzig! In der Hauptstadt hatten wir nur kurz miteinander geredet und sie hatte uns erzaehlt, dass sie seit zwei Jahren auf dem Rad sei. Nun wolle sie einen Monat Pause machen in Kep, da sie an einem Buch schreibe. Sehr interessant. Sie gab uns noch so einige Tipps und sagte, dass Vietnam schwierig sei. Vor allem die Strasse der Kueste entlang sei zu befahren und das dauernde Hupen nerve zu sehr. Wir plauderten noch ein wenig, trafen anschliessend dann noch Spanier, welche seit 4 Monaten unterwegs waren. Anscheinend seien noch mehr Radler in Kep gestrandet, so dass wir am Vorabend eine richtige Radfahrerparty haetten organisieren koennen...

Wir verliessen Kep ziemlich spaet an diesem Morgen, Ram war uns schon vorausgefahren, er wollte die folgenden Tage alleine radeln. Die Strasse war mal geteert, mal Schotterpiste, immer schoen abwechselnd. Es waren nur wenige Kilometer bis zur Grenze waren, wurden wir von einigen starken Gewittern ausgebremst. Es begann heftig zu regnen, so dass wir unterstehen mussten. Beim ersten Haus, welches ziemlich unbewohnt aussah, oeffnete sich gleich nach unserem Ankommen die Tuer. Anstelle einer Person erblickten wir als Erstes einen Stuhl, der durch den Tuerrahmen geschoben wurde. Sogleich folgte ein zweiter und ein lachender Kambodschaner bedeutete uns, Platz zu nehmen, bis das Gewitter vorbei zog. So nett!

Auch beim zweiten und dritten Unterstand wurden sogleich Stuehle gebracht, so dass wir bequem die Blitze rund um uns einschlagen sehen konnten. Zwischendurch fuhren wir wieder ein paar hundert Meter, pausierten eine Stunde oder so waehrend dem naechsten Regenguss.

Als wir an einem Feld vorbei fuhren, sahen wir eine Gruppe Arbeiter am Boden sitzen und essen. Sie winkten uns und eine Frau hielt einen Teller in die Hoehe, sprich, sie luden uns so quasi im Vorbeifahren zum Essen ein. Solche Erlebnisse machten mich jeden Tag einfach nur sprachlos.

Wir schafften es trozt allen Regenschauern bis an die Grenze zu fahren. Die kambodschanische Seite des Zolles bestand aus einer aermlichen Holzhuette, an welcher wir den Ausreisestempel abzuholen hatten. Bye bye Cambodia! Wir wollten dieses unglaublich tolle Land mit den froehlichen, netten und hilfsbereiten Menschen, den „hello“ rufenden Kindern und wunderschoenen Landschaften gar nicht verlassen. Nach drei Wochen fiel uns dieser Abschied richtig schwer.