März 2016, Route Krabi and die Grenze zu Malaysia

 

Krabi, Indonesien, Malaysia, Krabi - Ferien von den Ferien

Wir liessen unsere Räder bei einem Bekannten von Rudi für drei Wochen eingestellt und flogen auf die Insel Belitung in Indonesien. Belitung weist ungefähr die Grösse von der Insel Bali auf, ist jedoch nicht im Lonley Planet verzeichnet! Demenstprechend wenig Touristen trafen wir auf der Insel. Rudi hatte die Insel ausgesucht, weil dort die totale Sonnenfinsternis am 9. März sehr gut zu sehen war. Wir standen an besagtem Tag in aller Frühe auf, da der Mond die Sonne nur für zwei Minuten verdeckte und dies morgens um acht! Wir fuhren zur anderen Seite der Insel und warteten an einer Stelle, an welcher möglichst wenig Bäume den Himmel verdeckten. Die Sonnenfinsternis war ein sehr eindrückliches Erlebnis! Für einen kurzen Moment wurde die gesamte Landschaft um uns herum in geheimnisvoll violettes Licht getaucht. Obschon eine Wolke vor der Sonne stand, konnte man deutlich sehen, wie die Sonne verschwand und einen Lichtring um den Mond bildete.

Am Abend zuvor interviewte das indonesische Fernsehen Rudi und mich, erkundigte sich über unseren Aufenthalt auf Belitung und unsere Radreise. Das Ganze wurde auch gleich life ausgestrahlt!

Die folgenden Tage verbrachten wir damit, die Insel zu erkunden. Das Highlight war ein Schnorchelausflug zu den umliegenden kleinen Inseln! Die Vielfalt der Fische und Korallen war extrem beeindruckend! Ich hätte stundenlang im Wasser verweilen und die ruhige Unterwasserwelt bestaunen können!

Auf dem Rückweg nach Thailand verbrachten wir zwei Wochen in Kuala Lumpur. Zum einen, weil wir unser Visum für Indonesien besorgen mussten und zum anderen, weil Rudi unsere Website programmieren wollte. Ich traf mich mit Freundinnen aus der Yogaausbildung und verbrachte ruhige Tage in der Stadt. Wir entdeckten einen Roller Coaster in dem Einkaufszentrum, was Rudi total faszinierte! Natürlich konnten wir es nicht lassen, den Freizeitpark auch auszuprobieren. Leider wurde mir nach der ersten ziemlich gefährlichen Bahn so schlecht, dass ich den ganzen Tag über krank war!

Der Flug von Kuala Lumpur nach Krabi war zum Abschluss dieses Exkurses ein wahres Abenteuer. Ich war zwischenzeitlich nicht sicher, ob die Air Asia Maschine den Boden in ganzen Stücken erreichen würde....deshalb war ich dann heilfroh, als das Flugzeug nach einer spektakulären Landung zum Stillstand kam.

 

Von Krabi in Richtung malaysische Grenze

Nach drei Wochen tat es einfach nur gut, sich wieder in den Sattel schwingen zu können! Wir fuhren von Ao Nang, Krabi ziemlich zügig der Nationalstrasse 4 entlang . Die Landschaft bot nicht viel Abwechslung, ich genoss es einfach, wieder radeln zu können. Eigentlich hatten wir geplant, bis auf die Insel Ko Lanta zu fahren an diesem Tag. Als ich jedoch nach 55km in Khlong Thom in einem kleinen Restaurant ein kaltes Soda hinunterstürzte, klappte ich zusammen und schlug mit dem Kopf auf der Theke auf! Rudi fing mich auf und ich erholte mich auch schnell wieder. Dennoch entschieden wir uns, ins Krankenhaus zu gehen, welches sich zum Glück auf der anderen Strassenseite befand.

Der Besuch im lokalen Spital war auch sehr amüsant. Privatsphäre wurde nicht sehr gross geschrieben, so befand sich das Sprechzimmer gleich im Notfallzimmer, der Operationssaal durch eine Tür davon abgetrennt. Auf vier Plastikstühlen wareteten die Patienten und der einzige Doktor empfing jeden Patienten an einem Schreibtisch mitten im Raum! Leider sprach der Artz kein Englisch, so dass eine Krankenschwester mit Händen und Füssen übersetzte und mir versuchte klar zu machen, was die Resultate, welche die antike EKG Maschine ausgespuckt hatte, zu bedeuten hatten. Zum Schluss sagte sie, falls ich Fieber hätte, solle ich wieder kommen, sie seien 24/7 offen, genau wie "7 eleven"! Weiter trafen wir in neben der krankenhauseigenen Apotheke einen streunenden Hund. In Thailand haben alle Lebewesen Zugang zur öffentlichen Medizinversorgung!

Wir fanden anschliessend in Khlong Thom eine niedliche kleine Hotelanlage mit Bungalows und einem äusserst freundlichen Besitzer.

Die Route führte zwei Tage später auf der Strasse 3027 in Richtung Ko Lanta. Auf der schmalen, wenig befahrenen Nebenstrasse fuhren wir durch viele Wälder und abgelegene Dörfer. Es war Rudis Geburtstag, weshalb er den gesamten Tag über meine Birthday Brille tragen musste. Nachdem wir zwei Fähren genommen hatten, erreichten wir die Insel Ko Lanta gegen Abend und nach 46km auf dem Rad. Am Abend feierten wir das Geburtstagskind mit einem guten Glas Wein am Strand. Wir verbrachten ein paar Tage auf Ko Lanta und liessen es uns nicht nehmen, die Insel mit den Rädern und ohne Gepäck zu umrunden. Die andere Seite der beliebten Ferieninsel war deutlich weniger belebt, so dass wir in einem sehr ursprünglichen Fischerdörfchen zu Mittag essen konnten.

Von der Insel fuhren wir den selben Weg zurück zur Nationalstrasse. Kurz vor der belebten Strasse Nr.4 entschlossen wir uns, eine Abkürzung zu nehmen. Rudi wollte 100 Baht wetten, dass die Strasse sich in eine Sandpiste verwandeln würde. Dies tat sie dann auch, aber nur, weil auf der Nationalstrasse 4 Bauarbeiten im Gange waren. Wir folgten der ziemlich befahrenen Nr. 4 bis zum Abend. Eine freundliche Ladenbesitzerin erklärte uns den Weg zu dem "Worry Pak" Resort. In unterschiedlichen Sprachen heisst dies so viel wie "besorgtes Gemüsehotel". Wir fanden die Unterkunft auch, nachdem wir an unzähligen laut kläffenden Hunden vorbei fahren mussten. Die Strecke betrug von Ko Lanta bis Khuan Kun 65 km.

Am nächsten Tag fuhren wir getrennt die 56 km bis nach Trang. Ich wählte die 4046 Strasse. Jedoch war ich müde, wenig motiviert und die Landschaft bot keine Augenweide an diesem Tag. So war das Radeln ziemlich anstrengend und ich war froh, als ich Trang erreichte. Zur Überraschung des Abends fanden wir ein wirklich tolles Hotel (DD Residence) für nur 500 Baht. Die Zimmer waren äusserst sauber, mit Spinnentassen ausgerüstet und die Besitzerin erinnerte mich in ihrer Perfektion sehr an eine Schweizer Hotelbesitzerin. Trang sagte uns sehr zu! Wir waren beeindruckt von der Fülle an Radgeschäften in dieser Stadt; überhaupt war der Ort sehr radfreundlich gestaltet. Rudi nutzte die Gelegenheit, um sich einen neuen Lenker installieren zu lassen.

Von Trang schafften wir es gerade mal 12km zum Botanischen Garten von Trang. Leider begann es heftig zu regnen, so dass wir uns eine Unterkunft suchen mussten. Wir hatten an diesem Abend die Idee, auf dem Vorplatz vor dem Bungalow unseren Campingkocher auszuprobieren. Dies funktionierte wunderbar, bis die Besitzer des Hotels erschienen und sehr misstrauisch die Flamme beäugten.

Am darauf folgenden Tag trafen wir zwei Schweizer Radfahrer vor dem 7ven 11! Der Zufall wollte es, dass die beiden nur ein paar km von mir entfernt aufgewachsen sind! Kleine Welt! Wir plauderten viel, hörten uns ihre interessanten Geschichten an, welche sie erlebt hatten auf der Radreise von der Schweiz bis nach Thailand. Anschliessend besuchten wir den botanischen Garten, was eher ein Dschungel mit Hängebrücken war. Bis zum Abend radelten wir dann 36km bis nach Thung Yao. Auf dem Weg verirrten wir uns das erste Mal auf der Reise und hatten einen Umweg von 14km gemacht, wobei wir jedoch einer eindrücklichen Prozession von Mönchen beiwohnen konnten.

Von Thung Yao aus fuhren Rudi und ich getrennt für ein paar Tage. Mein Weg führte über kleine Nebenstrassen durch Wälder und mit einer atemberaubenden Hügellandschaft zu beiden Seiten der Strasse 58km ans Meer nach Pak Bara. Dort angekommen suchte ich nach einer Unterkunft. Die Dame in der heruntergekommenen Bungalowanlage zeigte mir zwar die Zimmer, betonte aber immer wieder "room not good, room not good". Sie hatte recht, aber ich fand es schon etwas komisch, dass sie mich quasi gar nicht unterbringen wollte! Ich verhandelte dann einen Spezialpreis, indem ich auf die Aircon verzichtete und mich mit einem antiken Ventilator auf einem Stuhl begnügte.

Ich fand ein süsses kleines Café. Der Besitzer sprach gutes Englisch. Er plauderte lange mit mir. Erzählte, dass seine Frau in einem anderen Land arbeite, er in Phuket in einem Hotel gearbeitet hatte und dort jeweils 14h pro Tag schuftete. Nun sei er hier, um auf seine Kinder aufzupassen. Es sei besser, dass die Kinder in einer ländlichen Umgebung aufwuchsen. Er erzählte mir viel von sich und seiner Familie., was sehr interessant war für mich.

Der letzte Abschnitt führte vom Meer bis kurz vor die Grenze. Kurz nachdem ich am Morgen startete, fuhr ein junger Mann auf einem Motorrad neben mir her und fragte auf Thai, ob ich durstig oder müde sei. Ich verneinte und lachte. Er fuhr weiter. Kurze Zeit später fuhr er wieder neben mir her und reichte mir eine eiskalte Flasche Wasser, wortlos fuhr er anschliessend von dannen. Diese Geste rührte mich sehr! Nach 50km radelnauf einer monotonen Hauptstrasse in sengender Hitzeerreichte ich Chalung. Ich ruhte mich schon am Nachmittag aus, wohl wissend, dass am nächsten Tag ein riesiger Berg auf mich wartete, gleich nach der Grenze zu Malaysia.

Die letzten 26km von Chalung bis zur Grenze waren ein echter Genuss. Ich stand früh auf und fuhr ohne Frühstück durch das grüne Tal. Die Landschaft erinnerte mich sehr an die Schweiz mit den hohen Bergen, Tälern und Wäldern, so weit das Auge reichte. Nur die Palmen passten nicht ins Bild. Ich trank mein letztes Soda auf Thai Boden und genoss jeden Schluck, bevor ich mich schweren Herzens auf die Wang Prachan Grenze zwischen Thailand und Malaysia zu bewegte. Ausser mir wollte niemand nach Malaysien einreisen. Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich mich alleine an einem Grenzübertritt in Asien befand!