Von Chachoengsao (Thailand) an die Grenze Kambodschas

Wir standen um sieben auf, packten unsere Raeder das erste Mal in aller Fruehe und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Wir fanden ein gediegenes Kaffee, mussten jedoch das Brot und die Marmelade selbst in einem Geschaeft kaufen gehen. Wider erwarten schmerzten an diesem Morgen die Beine und der Po nicht. Wir fuhren gemuetlich an und genossen die immer gruener werdende Landschaft. Unterwegs wies Ram uns darauf hin, dass wir an der groessten Ganesha Statue Thailands vorueber fahren wuerden. Kurzerhand entschlossen wir uns dazu, die extra 10km unter die Raeder zu nehmen. Der Weg fuehrte uns ueber eine ruhigere Strasse durch viel Natur und kleine Doerfer. Bei der Staette angekommen, sprach mich ein Mann an, der mir sagte, er habe uns schon im Ort gesehen.

Wieder kriegten wir Fruechte geschenkt unterwegs. Die Menschen sind einfach unglaublich nett, winken uns zu und zeigen viel Interesse an der Reise. Gegen Nachmittag regnete es leicht. Der Betreiber eines Restaurants warnte uns, dass vielleicht bald schon ein starker Sturm aufziehen wuerde. Mike meinte:“Also wenn es hier stark stuermen wuerde, wuerde seine Huette auch nicht mehr stehen!“

Nach 70km entschlossen wir uns, zu uebernachten, da wir auf ein gemuetliches Hotel stiessen. Wir haetten schon noch weiter fahren koennen, aber die Vernunft liess uns anhalten.

Am folgenden Tag brachen wir auf, um der Strecke mit dem Namen 356 zu fahren. Eine Strasse, welche nur sehr duenn besiedelt war, wie wir schon im Vorfeld sahen. Die Landschaft war schoen, aber Haeuser sahen wir nur sehr sehr selten. Dafuer wechselte die Topografie von Waeldern zu Reisfeldern und kleinen Seen. Zwischendurch hatte ich das Gefuehl durch eine Steppenlandschaft zu fahren. Die Strasse war sehr flach und Kurven gab es keine. Wie auf einem amerikanischen Highway. Mike benannte die Strasse auch gleich „death vally Asiens“. Es war der dritte Tag und Mike warnte uns im Voraus, dass dies der Schwierigste sein werde. Es war fuer uns wohl alle muehsamer, auch wenn die Landschaft schoener wurde. Ich merkte, dass ich den ganzen Tag ueber schlechte Laune hatte oder auch weniger geduldig war. Aber auch solche Tage gibt es auf einer Reise und man sollte nicht das Gefuehl haben, dass immer alles super rollen muss.

Nach 72km hatten wir das Ende der Strasse erreicht und suchten uns ein Hotel. Wir waren alle ein wenig schlechter Laune. Das erste Hotel war ok, aber wir fanden, dass wir nach einem solchen Tag etwas gutes verdient hatten. Sich ein wenig verwoehnen nach einem schwierigen Tag ist immer gut. Wir fanden dann auch ein sehr nobles Hotel. Es war noch lustig, wie wir unser Gepaeck mit dem vornehmen Trolley ins Zimmer fahren liessen, die Helme an die obere Stange gekettet.

Am Abend besuchte ich wieder einmal einen Wahrsager. Er wich konkreten Fragen aus, sagte jedoch einige Sachen, welche ich schon gehoert habe. Ich moechte in jedem Land einen Wahrsager besuchen, um einfach mal zu hoeren, was sie so zu sagen haben und ob ihre Aussagen uebereinstimmen. Bis anhin habe ich drei Wahrsager angehoert und finde es immer noch sehr spannend und auch unterhaltsam. Der Herr an diesem Abend war ueber und ueber mit Tattoos bemalt. An den Haenden, den Armen und sogar am Hals! Er sprach Thai und Ram uebersetzte fuer mich.

Am folgenden Morgen verloren wir Ram, als wir das Hotel verliessen. Da Mike auf seine Passfotos wartete und Fabian und ich im Geschaeft Wasser kauften, muss Ram uns verpasst haben und war schon davongefahren, in der Hoffnung, uns irgendwo einzuholen. So hetzten wir ihm nach und holten ihn weit ausserhalb des Dorfes wieder ein.

Gemeinsam fuhren wir danach dann ziemlich schnell in Richtung Grenze. Wir machten einen langen Mittagsrast, da der Tachometer 40 Grad im Schatten anzeigte!!!

Gegen drei Uhr ging die Fahrt weiter, da wir es noch bis zur Grenze schaffen wollten, bevor die Visumausgabe schloss. Es war nicht mehr weit und wir erreichten Poipet (die Grenzstadt) gegen vier Uhr.

Ohne Probleme erstanden wir drei Visa. Die Beamten versuchten zwar, uns noch je 100 Baht Bearbeitungsgebuer abzuknoepfen, aber nachdem ich fragte, weshalb dies so sei, entfiel die Gebuehr ploetzlich. Wir entschlossen uns dann im Nomansland zu uebernachten. Zwischen dem Thai- und dem Kambodschanischen Zoll befanden sich einige noble Casinos. Wir fanden ein Zimmer in einem der Casinos, Kostenpunkt 500 Baht und 500 Baht in Spieljetons fuers Casino. Nachdem wir den ganzen Schmutz und Schweiss abgewaschen hatten, staerkten wir uns am Gratisessen im Casino und begannen dann unsere Spielsteine bei Blackjack und Roulette zu verspielen. Das war super lustig. Mikes Puls raste, als er Blackjack spielte. Fabian hielt sich mit Spielen lange zurueck. Auch liess mich vom Spielfieber anstecken, obschon ich zuerst nicht spielen wollte. Der Mindesteinsatz war fuenf Baht, so dass man mit 3 Franken stundenlang spielen konnte. Wir trafen eine Thaifrau mit einer super lustigen Frisur am Roulettetisch. Zu unserer Verwunderung sprach sie perfektes Deutsch. Sie wohne in Zuerich. Dort sei das Gamblen schwierig, da man locker 2000 Franken pro Nacht verliere. Hier spiele sie lieber und verliere nur etwa hundert Franken pro Nacht! (jeder von uns spielte mit drei Franken pro Abend!!).

Zu spaeter Stunde wuete der erste  Sturm der Reise, wir jedoch schliefen ruhig zwischen Thailand und Kambodscha im Hotel des Spielcasinos ein.