Chumphon nach Krabi

Februar 2016, Route Chumphon nach Krabi, 500 km

Endlich konnten wir starten! Nach einer achtstündigen Zugfahrt von Bangkok und ein paar Tagen in jenem Hotel, in welchem wir die Reise letztes Jahr unterbrochen hatten, verliessen wir unser geliebtes Hotel in Chumphoneher spät, starteten gleich mit einem kleinen Umweg auf der falschen Strassenseite. Wir genossen beinahe auf der gesamten Fahrt Palmenwälder, kleine Dörfer und grüne Felder. Überall freuten sich die Menschen über unseren Anblick und wollten wissen, wohin wir fuhren.

Die Strecke des ersten Tages führte 63km von Chumphon bis Pak Nam Tako, Tungtako. Dort schauten wir uns das heruntergekommene Sunny Beach Resort an. Der Raum war schäbig und teuer, wir beschlossen weiter zu fahren. Die freundlichen Leute vom Dorf, welche wir auf der Strasse ansprachen, lotsten uns zu einem 3km entfernten Homestay. Da der Besitzer nicht anwesend war, führten uns andere Bewohner zu einem Bungalow Hotel. Sehr einfach, aber sauber. Highlight des Tages war der Mann, welcher uns das Hotel auf einem Motorrad voraus fahrend gezeigt hatte. Nach dem Eindunkeln fuhr er uns mit seinem privaten Auto 3km an den Strand zu einem Restaurant. Seine Tochter sass mit uns, wollte weder essen, noch trinken! Er wartete die ganze Zeit über im Auto. Dann fuhr er uns zum Supermarkt und anschliessend wieder zum Hotel und wollte NICHTS dafür. Einfach unglaublich!

Am folgenden Tag erwartete uns eine wunderschöne Fahrt. Wir fuhren die 47km bis Lamae, entlang der 4012 Strasse, welche dem Meer folgte. Mein erstes Soda trank ich bei einem kleinen Geschäft. Die Frau plauderte mit mir und ich schloss Freundschaft mit ihrem Hund „snow“. Sie wollte mir den Hund gleich mitgeben.

Gegen Nachmittag machte ich im Green View Resort Halt, wie mit Rudi vereinbart, welcher etwas später startete. Der Besitzer erwartete mich am Tor und führte mich zu einem tollen kleinen Bungalow direkt am Meer. Als ich mein Gepäck verstaut hatte, zeigte er mir seine Wurmfarm und die Pflanzen, welche er zog. In Kokosnussschalen hatte er Erdbeeren gepflanzt, Zitronen wuchsen unter einer kleinen Laube.

Am nächsten Morgen stürmte und regnete es wie wild. Das Meer warf hohe Wellen und die Palmen bogen sich unter dem starken Regen. Wir plauderten eine Weile mit der Besitzerin der Bio- Farm, welche uns erklärte, dass sie weder MSG verwende, noch Alkohol serviere im Restaurant.

Zurück in unserem Bungalow bemerkten wir, dass sich in der Zwischenzeit Wasser am Boden gesammelt hatte und Rudis Kleider teilweise nass waren. Wir packten trotzdem unsere Sachen zusammen und machten uns gegen Mittag auf den Weg.

Die Strasse war nicht sehr spektakulär. Wir assen in einem sehr heruntergekommenen Resort zu Mittag, fuhren anschliessend die 38km auf der 4012 Strasse bis zum Boo Yee Resort in Tha Chana, wo wir auf einen sehr korrekten Herrn trafen. Er setzte extra für uns einen Hut auf, zeigte uns die sehr sauberen Zimmer und akzeptierte nur von Rudi den Pass. Auch musste Rudi alle Formalitäten ausfüllen. Der Herr erklärte ihm, wo er was einzufüllen hatte auf dem Formular. Sehr genau, sehr business like, obschon sich das Hotel abseits jeder Zivilisation befand. Ich vermute, dass sich nur sehr selten Gäste in diese Region verirren.

Der folgende Tag war sehr anstrengend, wir fuhren erneut getrennt. Gleich nach dem späten Start begann es zu regnen. Ich verbrachte den gesamten Tag abwechselnd mit Unterschlupf suchen und Warten, bis die heftigen Schauer sich wieder beruhigt hatten. Die Strecke führte entlang der Strasse 4014. Gegen Ende des Tages fuhr ich auch im Regen, da ich müde war und nur noch am Ziel ankommen wollte. Die Strasse 417 führte mich schliesslich nach 76km bis nach Surat Thani.

Bang Na San, ein unverhofftes Highlight der Reise

Surat Thani hat als Stadt nicht viel zu bieten, so dass wir nach wenigen Rasttagen auf der Strasse 4009 weiter fuhren in Richtung Süden. Die 44km bis Ban Na San legten wir ziemlich schnell zurück, da es sich bei der Strasse um eine dreispurige Verkehrsstrasse handelte. Ban Na San entpuppte sich als totales Highlight. Der kleine Ort liegt total idyllisch an einem Fluss. Auffallend viele Menschen schienen sportlich aktiv zu sein in diesem Dorf. Das Hotel befand sich mitten im Markt, die Zimmer waren sehr altertümlich gehalten, mit Teppichboden ausgelegt und Rüschchen an den Betten versehen. Wir empfanden die Bewohner des Ortes als besonders nett und hilfsbereit. Die Englischlehrerin, welche wir per Zufall trafen, erklärte uns den Weg zum öffentlichen Waschsalon und wartete dort auch schon auf uns, um sicher zu gehen, dass wir den Weg auch gefunden hatten. Als ich in einem Restaurant nachfragte, ob sie vegetarisches Essen haben, meinte die Angestellte:"No! You go to 7 eleven".

Schweren Herzens verliessen wir Ban Na San schon am nächsten Tag, um auf kleinen Nebenstrassen durch Dörfer und Wälder in Richtung Chai Buri zu fahren. Die Strecke war atemberaubend! Als wir in eine schmale Strasse einbogen, welche Google uns vorgeschlagen hatte, stoppte uns ein Einheimischer in einem Auto. Er redete in Thai auf mich ein. Soviel ich verstand wollte er uns verständlich machen, dass wir unmöglich diese Strasse nehmen konnten! Ein zweiter Mann kam dazu und pflichtete ihm bei. Wir fuhren trotzdem weiter und merkten bald, weshalb die beiden uns gewarnt hatten. Der Weg führte durch den Dschungel und wurde bald zum Waldweg. Wir kamen nur langsam voran, jedoch war die Umgebung eine reine Augenweide.

Zurück auf der geteerten Strasse bot ein junger Thai Rudi seine Gitarre an zum Spielen. Er machte dann fleissig Fotos von Rudi. Einige Kilometer später kam ein Mann auf uns zu, als wir ein Soda tranken. Er zeigte Rudi ein Foto auf seinem Telefon. Zu sehen war Rudi beim Gitarrenspielen! Wir staunten nicht schlecht, wie klein die Welt doch ist! Im 67km entfernten Chai Buri logierten wir im einzigen Hotel des Ortes, einer Anlage bestehend aus pinken Bungalows und interessanter Innenarchitektur. Am Abend, als wir uns nach gutem Nachtessen umschauten, lud uns der Radclub von Chai Buri spontan auf einen Drink ein. Wir unterhielten uns zum Teil mit Händen und Füssen mit den Herren des Radclubs, was zu grosser Erheiterung beiderseits führte.

Der letzte Tag dieses Abschnitts der Reise führte uns auf Hauptstrassen und Autobahnen bis nach Krabi und dann weiter nach Ao Nang. Die Strecke war gelinde gesagt unattraktiv und so fuhren wir zügig, um ans Ziel zu gelangen. Von Krabi bis zum Ao Nang Strand wurde dann die Landschaft zunehmend schöner. Die typischen Felsformationen ragten neben der Strasse aus dem Boden. Leider fanden wir das Hotel von Rudis Bekanntem nicht gleich, so dass wir nach 80km im Sattel nochmals einen Umweg von mehreren Kilometern fahren mussten! Total erschöpft kamen wir am Ziel an, als es bereits eindunkelte.

Wir verbrachten einige Tage in Ao Nang, bevor wir auf die Insel Belitung in Indonesien flogen, um dort eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten.