Von Bangkok gegen Süden (2015)

Im Mai 2015 fuhren Rudi (aus Australien) und ich von Bangkok gegen Süden. Durch Zufall bin ich auf sein Inserat auf Craigslist gestossen, in welchem er geschrieben hatte, dass er in Thailand radeln wollte. Wir trafen uns anschliessend in der thailändischen Metropole und es war sofort klar, dass wir die zwei Wochen zusammen reisen wollten.

Nach kurzen Vorbereitungen starteten wir vor meinem Haus in Bangkok. Die ersten Kilometer schlängelten wir uns durch den dichten Morgenverkehr Bangkoks. Für Rudi war es die erste längere Radreise, seine Freude darüber endlich los zu fahren, war deutlich spürbar.

Dank des Ipads fanden wir interessante kleine Gassen durch einen sehr ursprünglichen Teil der Grossstadt. Anschliessend führte die Route entlang der Hauptstrasse in Richtung Amphawa, wo wir die erste Nacht verbrachten. Kurz vor Amphawa entschieden wir uns nochmals für Nebenstrassen, welche uns an unzähligen alten Fabrikgebäuden vorbei führten.

Die folgenden Tage vermieden wir die Hauptstrasse so gut es ging und liessen und vom Ipad auf schmalen Strassen entlang des Meeres führen. In Hua Hin verbracthen wir einen Tag im Vana Nava Wasserpark, wurden anschliessend das erste Mal von einem Monsunregen überrascht und so gezwungen, temporär Unterschlupf bei einer Familie zu suchen. Wir fuhren nicht mehr viel weiter, sondern übernachteten in einem stylischen Hotel direkt an der Hauptstrasse. In einem verlassenen Markt und angrenzenden Fabrikruinen fanden wir gegen Abend tolle Sujets, um mit den Kameras loszuziehen.

Weiter ging die Reise in Richtung Süden auf zum Teil sehr abenteuerlichen Strassen. Unser Ziel war es, möglichst nahe am Meer zu fahren, wobei wir uns für die Strasse "4020" durch den Khao Sam Roi Yot Nationalpark entschieden. Weiter ging es auf den Strassen "1034" und "1041". Dabei entdeckten wir kleine idyllische Fischerdörfer und touristenfreie Strände. Wir machten uns einen Spass daraus, lustige "Sehenswürdigkeiten", welche das Ipad anzeigte, aufzusuchen. Darunter war ein "agricultural ATM", ein "Priest campground" oder das "apple IT-center" in einem kleinen Dorf am Meer.

Wir fanden in jedem Dorf eine Unterkunft, manchmal in einem einfachen Raum bei Privatpersonen, meistens jedoch waren es kleine Pensionen, Hotels oder sogar eine Jugendherberge. Auch ohne Zelt und Küchenausrüstung war die Strecke problemlos zu bewältigen.

Wir kamen nach 10 wunderschönen Tagen auf dem Rad ohne Panne oder Zwischenfall in Chumphon an, wo wir uns für die letzte Nacht ein teures Hotel gönnten. Rudis Flug nach Deutschland setzte unserer Reise ein Ende, so dass wir nach einer Nacht in Chumphon mit dem Bus zurück nach Bangkok fuhren. Ursprünglich wollten wir mit dem Zug fahren, es war jedoch zu einigermassen vernünftigen Tageszeiten kein Zug zu finden, welcher die Räder transportierte.